“Macht mehr Fehler!” Plädoyer für eine neue Kultur des Scheiterns

So titelte die 24-jährige Pauline Schinkels kürzlich auf Spiegel-Online. Sie studiert Sozialwissenschaft und Journalismus. Hört sich zunächst komisch an. Keiner von uns macht gerne Fehler. Schon gar nicht, wenn andere sie entdecken. Aber hat sie nicht recht?

Fehler

Für diese 9 Fehler hat dieser Unternehmer viel Lehrgeld bezahlt.
Ein Unternehmer erzählt in ungewöhnlicher Offenheit von seinen größten Fehlern.
Die meiste Zeit ohne Gott war verlorene Zeit.

Der Soziologe Heinz Bude nennt die Fehlerkultur der Generation um die 40 “Generation null Fehler”. Sie wollen überall brillieren: in der Familie, in der Beziehung, im Beruf. Doch damit überfordern viele sich selbst. Nicht selten führt dieser Weg in die Depression.

Wir lernen am besten durch Versuch und Irrtum. Aber dazu muss der Irrtum auch erlaubt sein! Pastor Bill Hybels, Gründer der Willow-Creek-Kirche in der Nähe von Chicago, ermutigte seine Mitarbeiter schon vor Jahren: „Feiert eure Fehler!“ Wer sich selber oder anderen keine Fehler erlaubt, schafft ein Klima der Angst. Exzellente Ergebnisse erzielen wir miteinander nur, wenn wir uns gegenseitig das Lernen durch Fehler zugestehen.

Wir alle kennen das: Personen des öffentlichen Lebens gestehen nur selten Fehler ein. Besonders in der Politik scheint der Satz „Tut mir leid, ich habe mich geirrt“ oder gar „Ich bitte um Verzeihung für meinen Fehler“ nahezu unbekannt zu sein.

Schade! Es wäre doch viel einfacher, sich selber und anderen Fehler zu erlauben. Eigentlich wissen wir es alle: Keiner ist perfekt. Und die größten Irrtümer sind immer die eigenen.

„Irren ist menschlich, Vergeben ist göttlich.“ Die Wahrheit dieses Sprichworts könnte doch ein Ausweg sein! Immer wieder berichten Menschen, die sich selber (und damit auch den anderen) Fehler und Irrtümer, Schuld und Versagen nicht eingestehen konnten, dass die Begegnung mit Gott diese Haltung um 180 Grad gedreht hat: „Wenn Gott mir so großzügig vergibt und mich liebevoll neu anfangen lässt, wie viel mehr kann ich mir selber das erlauben! Und dann auch den anderen, die Fehler machen oder schuldig werden.“

Klingt so einfach und ist es auch! Schließlich hat Gott dafür das Beste und Liebste eingesetzt, was er hatte: seinen Sohn Jesus Christus. Er hat ihm alle Schuld und Sünde, Versagen und Fehler der Menschheit aufgeladen und gesagt: „Trag du das alles stellvertretend! Du als Unschuldiger stirbst für die Schuld der Menschen aller Zeiten. Damit sie frei sind. Damit sie Vergebung bekommen und neu anfangen können.“

Das ist der Kern des christlichen Glaubens:

Schuld wird vergeben.

Versagen führt nicht ins Verderben.

Fehler werden nicht angerechnet (heißt auf biblisch „Rechtfertigung des Sünders“).

Das begründet eine neue Kultur des Scheiterns.

Daraus erwächst Barmherzigkeit mit dem anderen.

Das fördert die Kreativität und Leistung.

So entsteht Freude am Leben.